Archiv für August 2011

Pressemitteilung 24.08.2011

Erfolgreiche Kundgebung in Koblenz---50 Menschen gedenken an die Opfer des Anschlags vor 19 Jahren---Nazis belagern Kundgebung

Am Mittwoch, den 24. August 2011, hielt die Initiative „Kein Vergessen“ eine Kundgebung vor dem Koblenzer Rathaus ab. 50 Menschen versammelten sich, um den Ereignissen vor 19 Jahren zu gedenken. Am 24. August 1992 fielen mehrere Menschen am Zentralplatz rechter Gewalt zum Opfer. Der Neonazi Andy H. erschoss Frank Bönisch und verletzte zwei weitere Menschen schwer. Bis heute gibt es kein würdiges Gedenken, welches an diese schreckliche Tat erinnert. Die Initiative „Kein Vergessen“ fordert am Ort der Tat eine Gedenktafel. Mit Redebeiträgen unterstützten die Schachtel e.V., der DGB Koblenz und ver.di das Anliegen der Initiative.
Wie genau vor 19 Jahren zeigten heute Neonazis in Koblenz Präsenz, darunter der regionale NPD Kader Sven Lobeck und das Aktionsbüro Mittelrhein (ABM). Die Neonazis zeigten sich offen und mit der Absicht den TeilnehmerInnen aufzulauern. Damals wie heute können Neonazis sich in Koblenz öffentlich bewegen. Die Polizei kontrollierte jediglich teilweise ihre Personalien und verteilte einige Platzverweise. Dennoch gab es für die Neonazis noch genug Handlungsraum sich weiterhin in der Nähe der Kundgebung aufzuhalten. Sie stellten weiterhin eine Gefahr für die BesucherInnen der Kundgebung dar, sie hielten sich doch teilweise noch in der Kundgebung und in umittelbarer Nähe auf. Das Eingreifen der Polizei ist als schlicht inkonsequent und verantwortungslos zu bezeichnen, konnten die Neonazis unter den Augen der Polizei die BesucherInnen abfotografieren. Das Interesse des ABMs an dieser Kundgebung ist nicht verwunderlich, bezieht sich das AB Mittelrhein auch auf andere Morde zu dieser Zeit postiv. Am 31.07.1992 wurde in Bad Breisig der Obdachlose Dieter Klaus Klein von Neonazis ermordet. Auf vergangen Aufmärschen nutzte das ABM einen blauen Transporter mit dem Nummernschild AW-X-3107 als Lautsprecherwagen.
Trotz ihrer Anwesenheit gelang es den Neonazis nicht, die friedliche Kundgebung zu stören. An Frank Bönisch und allen anderen Opfern rechter Gewalt wurden am heutigen Tag erinnert, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Die Initiative „Kein Vergessen“ und ihre UnterstützerInnen werden sich auch weiterhin für eine Gedenktafel einsetzen, die auf die Tat vor 19 Jahren hinweist.