Pressemitteilung 2013

*Pressemitteilung: Initiative Kein Vergessen wird auch dieses Jahr wieder aktiv – Aktionstag am 24. August geplant*

Für den 24. August 2013 plant die Initiative Kein Vergessen Koblenz einen Aktionstag in Koblenz. Das diesjährige Motto lautet: „Kein Vergessen – gegen Rassismus, Ausgrenzung und Nazi-Gewalt“. Ab 17 Uhr findet eine Gedenk-Demonstration statt, es geht am Hauptbahnhof los. Am Gedenkstein für Frank Bönisch wird eine Zwischenkundgebung stattfinden. Von dort geht es weiter zur Herz-Jesu-Kirche, dort findet die Abschlusskundgebung und ein Open-Air-Konzert statt. Das Open-Air-Konzert kostet keinen Eintritt und geht von 20 bis 22 Uhr. Unter dem Motto „Familie Reinhardt gegen Rassismus“ treten Mitglieder der Koblenzer Sinti-Familie auf, es folgt ein Auftritt der Band „Lost In The Ocean“, die im Haus Metternich proben.

Anlass für den Aktionstag ist der 21. Todestag von Frank Bönisch, der am 24. August 1992 von einem Neonazi am Koblenzer Zentralplatz erschossen wurde. Die Initiative möchte mit dem Aktionstag auch an weitere Menschen erinnern, die von Neonazis ermordet wurden. Nihad Yusufoglu wurde am 28. Dezember 1990 in Hachenburg ermordet, der 17-jährige Flüchtling war damit eines der ersten Opfer rechter Gewalt nach der Wiedervereinigung. Der Obdachlose Dieter Klaus Klein wurde nur knapp vier Wochen vor Frank Bönisch ermordet, er hatte in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August 1992 im Stadtpark von Bad Breisig geschlafen, war vom Sieg-Heil-Geschrei gröhlender Neonazis aufgewacht, hatte sich den Krach verbeten und wurde daraufhin geradezu bestialisch umgebracht.

Insgesamt sind es mindestens 182 Menschen, die seit 1990 in Deutschland von Neonazis ermordet wurden. Die Bundesregierung spricht dagegen nur von 59 Opfern, auch die drei Fälle aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz werden nicht offiziell anerkannt. Die Stadt Koblenz ist da weiter und hat Ende April am Forum, dem ehemaligen Zentralplatz, eine Gedenktafel für Frank Bönisch errichtet. Damit wurde eine zentrale Forderung der Initiative Kein Vergessen erfüllt, die seit Frühjahr 2011 zu diesem Thema arbeitet. Auch die Mordserie der rechten Terrorzelle NSU wird inhaltlich Thema sein, nach Medienberichten kamen mehrere Bekannte der Nazi-Terroristen aus der Koblenzer Neonazi-Szene der 1990er-Jahre.

Um an die Dimension rechter Gewalt in Deutschland zu erinnern, wird die Initiative in den Tagen vor dem Aktionstag Plakate mit Todesanzeigen von Menschen, die von Neonazis ermordet wurden, in der Stadt verteilen. Die Initiative Kein Vergessen setzt sich aus verschiedenen Einzelpersonen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Koblenz zusammen. Alternative Jugendliche, christliche Gruppen, Gewerkschaftsjugend und Jugendliche aus der Jugendbegegnungstätte im Haus Metternich diskutieren, planen und arbeiten nun schon im dritten Jahr zusammen. Auch von Seiten der Stadt gibt es Unterstützung: Der Beirat für Migration & Integration sowie die Initiative Sicherheit in unserer Stadt der Stadt Koblenz sind unterstützend mit dabei, ebenso die Musikerinitiative Music Live Koblenz.
Wer selbst ein Plakat aufhängen oder den gedruckten Aufruf auslegen möchte, kann sich bei der Initiative melden:
Initiative Kein Vergessen
c/o Die Schachtel
J. Koch und A. Schubert
Gartenstraße 12 56070 Koblenz
kein_vergessen@safe-mail.net
http://initiativekeinvergessen.blogsport.de
https://www.facebook.com/pages/Initiative-Kein-Vergessen-Koblenz/167129440137644/

Die Falken Stadtverband Koblenz haben einen Workshop für Jugendliche ab 15 Jahren entwickelt, der den Mord an Frank Bönisch zum Thema hat. Thematisiert wird Ausgrenzung und Diskriminierung und wie Jugendliche dagegen aktiv werden können.
Kontakt: koblenz@falken-rlp.de Die Falken Landesverband Rheinland-Pfalz Klarastraße 15a 55116 Mainz/